Sammlungsaufruf zur Geschichte des Seebads Mariendorf

An der Ullsteinstraße befand sich um 1920 die „größte und schönste Sportbadeanstalt von Groß-Berlin“. Gegründet wurde das Seebad bereits 1876 von Adolf Lewissohn. Nach seinem Tod 1927 übernahm seine Tochter Helene Lewissohn die Leitung. Unter den Nationalsozialisten kam es zur Zwangsversteigerung der Anlage. Während des Zweiten Weltkriegs befanden sich auf dem Grundstück unter anderem ein Reservelazarett und ein Zwangsarbeiterlager. Nach 1945 versuchte Helene Lewissohn vergeblich, den verlorenen Familienbesitz zurückzuerhalten.

Die Räumlichkeiten durchlebten verschiedene Zwischennutzungen, so fanden beispielweise die ersten Sitzungen der Entnazifizierungskommission und die erste Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung dort statt. Das Seebad wurde 1950 unter einer neuen Pächterin noch einmal feierlich vom Tempelhofer Bürgermeister wiedereröffnet, bevor der Badebetrieb im September desselben Jahres für immer endete.

Das Tempelhof Museum wird im Jahr 2021 die bewegende Geschichte des Seebads und der Familie Lewissohn im Rahmen einer Ausstellung vorstellen.

Wir freuen uns, wenn dafür historische Zeugnisse bei den Museen Tempelhof-Schöneberg eingereicht werden. Neben Abbildungen (zum Beispiel Postkarten, Fotos), Gegenständen (z.B. Eintrittskarten, Medaillen, Urkunden, Badebekleidung) und Zeitungsartikeln sind auch persönliche Erinnerungen an das Seebad oder die Familie Lewissohn von Interesse."

Ansprechpartner für Informationen und Terminvereinbarungen ist Florian Sachse (wissenschaftlicher Volontär), erreichbar unter Tel. 030 90277-6163 / -3505 oder per E-Mail.

Ort: Tempelhof Museum

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