Stolpersteine in Tempelhof-Schöneberg

In Tempelhof-Schöneberg wurden seit 2003 insgesamt mehr als 850 Stolpersteine verlegt.

Stolpersteine sind kleine, quadratische, in das Gehwegpflaster eingelassene Messingplatten, die mit ihren Inschriften an die Opfer des NS-Terrors erinnern. Stolpersteine bringen das Gedenken dorthin, wo Ausgrenzung und Verfolgung massiv in das Leben der Betroffenen eingriffen: an den letzten Wohnort vor ihrer Deportation in ein Konzentrations- oder Vernichtungslager oder aber vor ihrer Verhaftung und Hinrichtung, so die Intention des Kölner Künstlers Gunter Demnig, der das Stolpersteinprojekt Mitte der Neunziger Jahre ins Leben gerufen hat. Stolpersteine können für alle Opfer des Nationalsozialismus gesetzt werden, seien es Menschen jüdischer Herkunft, Personen im Widerstand, religiös Verfolgte, Sinti und Roma, Homosexuelle und andere Opfer des Nationalsozialismus. Anfertigung und Verlegung eines Stolpersteins kostet 120 Euro. Die Patenschaft kann von Einzelpersonen, Hausgemeinschaften, Vereinen, Initiativgruppen etc. übernommen werden. Mittlerweile werden Stolpersteine vermehrt auch von den Angehörigen der Opfer angefragt.

Das Projekt Stolpersteine wird organisatorisch und inhaltlich vom Schöneberger Kulturarbeitskreis e.V. und dem Archiv bzw. den Museen Tempelhof-Schöneberg begleitet. Die AG Stolpersteine berät interessierte Pat_innen bei der weiteren Informationssuche, bietet regelmäßige Informations- und Austauschtreffen an, stellt den Kontakt zu interessierten Schulen her und organisiert und koordiniert die Verlegung. Die Ergebnisse der Recherchearbeit werden im Archiv zur Geschichte von Tempelhof und Schöneberg gesammelt, eine biographische Dokumentation für jeden verlegten Stolperstein angelegt und interessierten Schulklassen, Historiker_innen, Nachbarn etc. zur Verfügung gestellt

Neue Verlegungen

Am Mittwoch, 8. Mai 2019 werden wieder neue Stolpersteine in Berlin-Tempelhof-Schöneberg verlegt.

9:00 Uhr I Nürnberger Straße 66
4 Steine für Johannes Heinrich Braun, Hildegard Braun, Gertrud Friedmann-Braun und Dr. Gerhard Braun.

9:30 Uhr I Nollendorfstraße 25
2 Steine für Eugen Keller und Ruth Frieda Keller

9:50 Uhr I Freisinger Straße 17
2 Steine für Ernst Neumann und Elisabeth Neumann

10:15 Uhr I Barbarossastraße 56
3 Steine für Frieda Prinz, Alexander Prinz und Ellen Prinz

Da die Zeiten in einigen Fällen abweichen können empfiehlt es sich, eine Viertelstunde früher einzutreffen.

 

 

SO 31.3.2019 I 12 UHR
Stolperstein-Verlegung für Erna Davidsohn
Ort: Crellestraße 1, 10827 Berlin

Dr. Erna Davidsohn war eine Kinderärztin, die in der Bahnstraße 1 (heute Crellestraße 1) lebte. Das Berufsverbot im Jahr 1938 traf sie wie viele andere jüdische Bürger_innen. Die couragierte Schönebergerin begleitete dann Kindertransporte nach England und Schweden. Das Asyl wurde ihr dort verweigert. 1943 wurde sie nach Auschwitz deportiert und musste dort mit zwei Kolleginnen unter widrigsten Bedingungen ein Lagerlazarett leiten. Nur eine der drei Frauen überlebte und konnte später von der Zeit berichten.

Im Anschluss an die Verlegung steht Matthias Schirmer (rbb), der zu Erna Davidsohn geforscht hat, zum inhaltlichen Austausch zur Verfügung.

Diese Verlegung knüpft an die Veranstaltung "Parallel und nicht vergleichbar – Realitäten von Schöneberger Frauen zwischen 1920 und 1945" am 24.3. an,  im Rahmen des Frauenmärz.

Kontakt

Museen Tempelhof-Schöneberg
- Stolperstein-Koordination -

Hauptstr.40/42
10827 Berlin

Wir bitten um telefonische Terminvereinbarung:
MO, DI und DO jeweils von 10 - 16 Uhr

Ansprechpartnerin:
Katharina Kretzschmar
Tel.: 030 90277-6396 /-6163
Email: Stolpersteine@ba-ts.berlin.de