Archiv + Sammlung

Aktuell ++ Sammlungsaufruf: #CollectingCorona

Die Zeit der Corona-Pandemie verändert unsere Gesellschaft nachhaltig. Sie stellt Selbstverständlichkeiten in Frage, fordert den Einzelnen heraus und macht soziale Ungleichheiten sichtbar. Um diese besondere historische Situation für die nachfolgenden Generationen dokumentieren zu können, freut sich unser Archiv über Ihre Unterstützung.

Alles, was Ihre persönlichen Erfahrungen mit der Corona-Zeit im Bezirk Tempelhof-Schöneberg dokumentiert – etwa niedergeschriebene Gedanken, Fotos von geschlossenen Geschäften, ein Corona-Stundenplan ihres Kindes oder andere  besondere Dinge – können Sie gern unserer Sammlung überlassen.

Bei Interesse oder Fragen wenden Sie sich gerne an:
Marie Becker, Tel. 030 902 77 – 62 14 oder per Mail.

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Stadtmuseum und Berliner Bezirksmuseen machen 100 Jahre Groß-Berlin sichtbar

Anlässlich des diesjährigen Jubiläums von Groß-Berlin gibt das neue Online-Portal 1000 x Berlin faszinierende Einblicke in eines der wichtigsten Kapitel der Berliner Stadtgeschichte. 1000 Fotografien aus den Sammlungen der Berliner Bezirksmuseen und des Stadtmuseums Berlin zeigen, wie sich die Stadt von 1920 bis zur Gegenwart verändert hat. Sie zeugen von einer Metropole, die über Nacht durch Parlamentsbeschluss aus Städten, Landgemeinden und Gutsbezirken entstand.

100 thematische Fotoserien von „Berlin bewegt sich“ über „Berlin wohnt“ bis „Berlin vergnügt sich“ erzählen, wie sich Berlin in den vergangenen 100 Jahren verändert hat. Hinzu kommen 50 biografisch orientierte Bildstrecken.

Die Museen Tempelhof-Schöneberg haben für das Online-Portal insgesamt 15 Fotoserien mit Fundstücken aus dem Archiv erarbeitet. Dabei werden zeithistorisch bedeutsame Aufnahmen gezeigt, wie beispielsweise die 1. Maifeier 1933 auf dem Tempelhofer Feld oder die Fahrt John F. Kennedys zum Rathaus Schöneberg bei seinem Berlin-Besuch 1963. Weitere Bildstrecken widmen sich dem Arbeitsleben in Tempelhof, verbunden mit prominenten Namen wie Sarotti, Ullstein, Mercedes Benz, oder dokumentieren den geschichtlichen Wandel einzelner Orte, etwa den Innsbrucker Platz, die Siedlung Lindenhof oder den Berliner Sportpalast. Viele Aufnahmen rufen die fast vergessene Alltagsgeschichte in Erinnerung, Wer weiß heute noch, welche Geschäfte es um 1950 am Kaiser-Wilhelm-Platz gab?

Ein Highlight des Portals ist die Fotoserie zu queeren Lebensweisen in Schöneberg, beginnend mit dem Travestie-Lokal Eldorado und endend mit einem Foto der bezirklichen Queerbeauftragten.

Auch die fünf Biografien aus Tempelhof-Schöneberg stecken den Rahmen breit: Von Ella Barowsky, der ersten weiblichen Bürgermeisterin des Bezirks Schöneberg, über den verfolgten jüdischen Ingenieur Arthur Feige und seine Frau bis zu Herwarth Staudt, der mit seinen Ruinenfotos das kriegszerstörte Schöneberg im Bild festgehalten hat.

Die Bildstrecken spiegeln die vielfältigen Gesichter von Tempelhof und Schöneberg wieder und laden zu virtuellen Zeitreisen und Begegnungen ein. Besucher_innen des Portals können durch das Hochladen eigener Fotografien ihr persönliches Berlin sichtbar machen.

In enger Kooperation zwischen dem Stadtmuseum Berlin und zehn Berliner Bezirksmuseen ist mit 1000x Berlin eine illustrierte hundertjährige Geschichte der Stadt entstanden, kompakt und digital.

Ab dem 23. April 2020 unter www.1000x.berlin im Netz!

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Profil ++ Das Archiv der Museen Tempelhof-Schöneberg

Eine wichtige Grundlage unserer Museumsarbeit ist das historische Archiv; hier wird gesammelt und bewahrt, geforscht und vermittelt.

Im Archiv zur Geschichte von Tempelhof und Schöneberg sind die Bestände der beiden ehemaligen Heimatarchive von Tempelhof und Schöneberg zusammengefasst. Das Archiv des Bezirks Tempelhof wurde 1948 durch einen „Archivausschuss“ aus Mitgliedern des Bezirksamtes und der Arbeitsgemeinschaft zur Pflege der Heimatgeschichte gegründet. Die Schöneberger Sammlung wurde nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ab Ende der 1940er Jahre wieder neu aufgebaut. Im Laufe der Jahre wurden beide Sammlungen durch Ankäufe und Schenkungen umfangreich erweitert.

Neben Informationen zur allgemeinen Stadtgeschichte finden sich in den Beständen Materialien in unterschiedlichem Umfang zu folgenden Schwerpunkten:

Politik und Verwaltung, Handel/Gewerbe/Industrie, Verkehr (inkl. Flughafen Tempelhof), Schulgeschichte, Sport, Straßen/Plätze/Parks, Krankenhäuser, Kirchen, Militär; Alte und neue Frauenbewegung, queere Lebensformen, Kinder und Jugendliche u.a.; ein Themenschwerpunkt Migration befindet sich im Aufbau.

Einen eigenen Sammlungsschwerpunkt bildet das Thema Nationalsozialismus. Hier finden sich u.a. Informationen zur jüdischen Bevölkerung und ihrer Verfolgung, zum SA-Gefängnis General-Pape-Straße, zur Zwangsarbeit im Bezirk sowie eine umfangreiche Dokumentation zu den im Bezirk verlegten Stolpersteinen. Aus Vorarbeiten zur Dauerausstellung „Wir waren Nachbarn“ werden hier außerdem Korrespondenzen mit jüdischen Zeitzeug*innen und Materialien aus früheren Ausstellungsversionen aufbewahrt. Aus Datenschutzgründen ist die Einsicht der Korrespondenzen nur in besonderen Fällen möglich.

Texte und Dokumente

Zu unserer Textsammlung gehören Dokumente unterschiedlichster Art, wie z.B. Orts-, Personen- und Ereignis-bezogene Presseartikel, private Schulzeugnisse aus Teilnachlässen oder Mitteilungen der Bezirksver-ordnetenversammlung. Sie werden ergänzt durch themenbezogene Textsammlungen aus Recherchen zu Ausstellungsprojekten der Museen Tempelhof-Schöneberg.

Einen besonderen Bestand bilden historische Akten der früher selbständigen Gemeinden Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade, Friedenau und der Stadt Schöneberg, ebenso wie historische Regionalzeitungen dieser Gemeinden. Mit einer Auswahl aktueller regionaler Zeitungen wird diese Sammlung laufend erweitert.

Derzeit werden nach und nach die historischen Zeitungen durch die Zentral- und Landesbibliothek Berlin verfilmt. Viele der Ausgaben können dort bereits auf Mikrofilm angesehen und kostenlos auf einen USB-Stick kopiert werden. Weitere Informationen dazu finden sie hier.

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Fotos und Postkarten

Herwarth Staudt, Bülowstraße 88; Foto: Archiv Tempelhof-Schöneberg

Unsere Foto- und Postkartensammlung umfasst um die 35 000 Abbildungen, dazu kommt eine umfangreiche Sammlung von Foto-Negativen. Das Kernstück dieser Sammlung bilden Straßenordner, in denen sich die Geschichte des Bezirks im Wandel des Stadtbildes widerspiegelt. Neben diesen Straßenordnern gibt es inhaltlich geordnete Bestände, die analog den Themenordnern der Textsammlung  Abbildungen zu verschiedenen Bereichen der Bezirks- und Sozialgeschichte enthalten.

Ergänzt wird dieser Foto- und Postkartenbestand durch besondere Themen- bzw. Fotografenbestände, wie z.B. zum Bau der U-Bahn 190/09 (ca. 1000 Originalfotos) oder die Sammlung Staudt (weitere Infos nachfolgend).

Seit 1990 wird durch Ankauf dokumentarischer und künstlerischer Fotos der Gegenwart u.a. von Preisträger*innen des Schöneberger Fotopreises die Sammlung erweitert.

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Sammlung Staudt

Sammlung Staudt

Der Tempelhofer Fotograf Herwarth Staudt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vom damaligen Baulenkungsamt Schöneberg beauftragt, alle Kriegsruinen im Bezirk zu fotografieren. Anhand dieser Fotos sollte entschieden werden, ob sich ein Wiederaufbau der Häuser lohnte oder ob sie abgerissen werden mussten. Die Fotos bieten damit einen eindrucksvollen Einblick in die Nachkriegszeit Schönebergs. Rund 5000 von diesen Fotos übergab Herwarth Staudt Ende der 1980er Jahre an das Archiv Schöneberg. Die Fotos liegen bisher nur als Abzüge der Kontaktbögen vor.

(Siehe auch: Gudrun Blankenburg, Irene von Götz: Das zerstörte Schöneberg, Ruinenfotos von Herwarth Staudt, Berlin, 2015; 18,-€)

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Karten und Pläne

Die Entwicklung Schönebergs vom Dorf zur Stadt kann an Hand zahlreicher historischer und aktueller Karten und Pläne vom 17.Jahrhundert bis heute in Originalen und Kopien  nachvollzogen werden. Aus Platzgründen ist der Bestand an Karten zu Tempelhof begrenzt.

Für beide Gebiete ist auch das Vermessungsamt Tempelhof-Schöneberg mit seinem großen Kartenarchiv ein kompetenter Ansprechpartner. Nähere Informationen finden Sie hier

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Präsenzbibliothek

Der Schwerpunkt unserer Präsenz-bibliothek liegt auf Büchern zur Regional- und Kulturgeschichte von Berlin im Allgemeinen und der Geschichte Tempelhofs und Schönebergs im Besonderen. Neben Sekundärliteratur gehören dazu auch historische Veröffentlichungen, wie z.B. die Verwaltungsberichte des Magistrats Schönebergs. (Ergänzt wird diese Sammlung durch Studien zur Berlingeschichte.) Zudem besitzen wir einen besonderen Bestand an (populär-)wissenschaftlicher und museumspädagogischer Literatur zur Geschichte des Holocaust, des Nationalsozialismus allgemein und zur Gedenkkultur in diesem Zusammenhang.

Aus Übernahmen aus der Verwaltungsbibliothek Schöneberg können hier auch historische Nachschlagewerke und die Berliner Adressbücher aus den Jahren 1907 bis 1943 im Original eingesehen werden.

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Kunstsammlung

Eine umfangreiche Sammlung von Gemälden, Aquarellen, Gouachen, Graphiken und Plastiken zeigt Orte aus Schöneberg und Tempelhof oder gibt Personen wieder, die für den Bezirk wichtig waren. Werke von Künstler*innen, die selbst in Schöneberg oder Tempelhof gelebt und/oder hier gearbeitet haben, ergänzen diesen Bestand.

Der Grundstock für die Schöneberger Sammlung wurde im Jahr 1919 gelegt, als die damals selbständige Stadt Schöneberg die Gemäldesammlung des Schöneberger Arztes und Leiters der Maison de Santé Eduard Levinstein kaufte. Diese Werke, von denen ein Teil seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen ist, bilden heute den wertvollsten Teil der Sammlung.

Der Kunstbesitz wird im Depot verwahrt und ist nicht öffentlich zugänglich.

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Objekte
Selbstgebautes und bemaltes Spielzeugschränkchen, um 1941

Der große Objektbestand sowohl der Tempelhofer als auch der Schöneberger Sammlung umfasst authentische Gegenstände zur Alltagskultur, zur ländlichen und städtischen Geschichte, zur Schulgeschichte und zu Kindheit und Jugend.

Ein Großteil davon ist in die Dauerausstellungen „Wunderkammern-Wunderkisten“ im Schöneberg Museum / Jugendmuseum bzw. „Zwischen Feldern und  Fabriken“ im Tempelhof  Museum integriert.

Service / Besucherinformationen

Besucherinformation

+++ Aktuell +++

Das Archiv der Museen Tempelhof-Schöneberg vergibt wieder Termine nach vorheriger Absprache. Beratungsgespräche finden zunächst nur telefonisch statt.

Unser Archiv steht allen Interessierten offen. Passend zu Ihren Anliegen suchen wir Ihnen – soweit vorhanden – gern Material aus unseren Beständen heraus und beraten Sie bei Ihren Recherchen. Um Sie bei Ihren Nachforschungen unterstützen zu können, brauchen wir möglichst genaue Angaben zu Ihrem Recherchethema. Zur persönlichen Einsichtnahme sprechen wir mit Ihnen individuell einen Termin ab.

Ihr Archiv-Team

 

Kontakt

Archiv zur Geschichte von Tempelhof und Schöneberg
Hauptstr. 40/42
10827 Berlin

archiv@ba-ts.berlin.de

Ansprechpartner_innen:
Marie Becker, Leiterin des Archivs
Telefon 030 90277-6214

Hans Philipp Offenhaus (wiss. Volontär)
Telefon 030 90277-6165

 

 

Fahrverbindungen:


U7 Eisenacher Straße, S-Bahn Schöneberg oder Julius-Leber-Brücke
Buslinien 104, 187, M46, M48, M85

 

Benutzungshinweise

Weitere Informationen zur Nutzung des Archivs, zu Reproduktionsmöglichkeiten und Nutzungsentgelten finden Sie in unserer Archivordnung (PDF).

 

Weiterführende Tipps und Links für Ihre Recherche

Regionalmuseen anderer Bezirke

In allen Berliner Bezirken finden Sie ein Regionalmuseum des Bezirksamtes oder ein Heimatmuseum einer privaten Initiative. Wie bei uns im Haus gehören auch zu diesen Museen Archive und Sammlungen, in denen Sie die Möglichkeit haben zu forschen.

Landesarchiv Berlin

Besonders für Fotorecherchen und genealogische Forschungen empfehlen wir Ihnen, sich auch an das Landesarchiv Berlin zu wenden. Neben einer umfangreichen Fotosammlung finden Sie dort unter anderem auch Unterlagen des Standesamtes I und der bezirklichen Standesämter sowie die Berliner Einwohnermeldekartei. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Berliner Adressbücher

Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin hat die Berliner Adressbücher von 1799 bis 1943 digitalisiert. Die einzelnen Ausgaben finden Sie hier.

 

Stadtkarten des Bezirks und Berlins

Das Tempelhof-Schöneberger Vermessungsamt bietet aktuelle und historische Karten und Pläne zur Einsicht bzw. zum Kauf an.

Auf der Internetseite www.histomapberlin.de finden Sie historische und aktuelle Karten, die beim Abgleich von alten und neuen Adressen sehr hilfreich sein können.