Forschungswerkstatt: Kolonialgeschichte in Tempelhof und Schöneberg

Blick auf die Installation „My name is...“ von Anaïs Héraud-Louisadat und Nathalie Anguezomo Mba Bikoro; Foto:Anaïs Héraud-Louisadat

Eröffnung am 18.5.2017 um 19 Uhr

Ausstellung vom 19.5.–3.10.2017

Berlin war als Hauptstadt des Deutschen Kaiserreichs von 1884 bis 1918 das Zentrum der deutschen Kolonialpolitik. Auch in der bis 1920 selbständigen Stadt Schöneberg sowie in der Landgemeinde Tempelhof gab es zahlreiche einflussreiche Vereine und Institutionen, welche die deutsche Kolonialherrschaft aktiv unterstützten. Mit der Ausstellung richtet das Schöneberg Museum erstmals seinen Fokus auf die kolonialhistorische Vergangenheit innerhalb der Grenzen des heutigen Bezirks. Es wird deutlich, dass die deutsche Kolonialherrschaft nicht nur global, sondern auch lokal Spuren hinterlassen hat, die bis heute nachwirken.

>Kunstinstallationen von Anaïs Héraud-Louisadat und Nathalie Anguezomo Mba Bikoro kommentieren die Ergebnisse der historischen Forschungen und machen bisher unbeachtete Erzählungen des deutschen Kolonialismus wieder sichtbar.

 

Begleitprogramm im Juni

 

Kolonialhistorischer Stadtspaziergang

So 11.6. um 14 Uhr

Wie kam das Usambaraveilchen nach Schöneberg? Was zeigte die Kolonialausstellung an der Rubensstraße? Weshalb gibt es eine „Kolonie Samoa“ in Schöneberg? Und wer legte die „Höllenmaschine ins Reichsentschädigungsamt“? Der Stadtspaziergang widmet sich der kolonialhistorischen Vergangenheit im Bezirk und macht (un)vergessene Geschichte wieder sichtbar.

mit[ Stefan Zollhauser
Treffpunkt: vor dem Haus am Kleistpark, Grunewaldstraße 6 – 7.

Vortragsreihe: Museum und Forschung

Mi 14.6. um 18:15 UHR

Deutsche Frauen für die Kolonien
Vortragsreihe Museum und Forschung mit Johanna Strunge

Um dem Frauenmangel in den Kolonien und der damit befürchteten „Rassenmischung“ entgegenzutreten, gründeten Berlinerinnen 1907 den Deutschkolonialen Frauenbund mit Sitz in Schöneberg. Bis 1914 entsandte der Verein über 500 Frauen nach Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) Wer waren die auswandernden Frauen und wer die Akteurinnen des Berliner Frauenbundes? Welches Frauenbild leitete diese Frauen bei ihrem Vorhaben?

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Public History Master der Freien Universität Berlin und des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam statt.

 

Do 29.6. um 19 Uhr

Schwarz-Weiß-Denken: Koloniale Bilder in Schöneberger Kinos (1908-1919)
Vortragsreihe Museum und Forschung mit Malin Winter


Kurz nach Beginn der deutschen Kolonialexpansion etablierte sich das Kino als neues Massenmedium. Die Möglichkeit, im Kinosessel gefahrlos in die weit entfernten Kolonien zu reisen, stieß beim Publikum auf Begeisterung.  Auf diesem Weg fand die Verbreitung des Kolonialgedankens auch in den Kinosälen statt: Hier ließen sich stereotype Vorstellungen und die Propagierung wirtschaftlicher Interessen nahezu endlos reproduzieren.

 

Afrikanisches Fotoatelier mit Papp-Elefant auf der Deutschen Armee-, Marine- und Kolonialausstellung in Friedenau 1907, © Historische Sammlung der edition Friedenauer Brücke